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"Talita qumi" 2007, 29.07.-04.08.2007, Schwarzwald

01_TalitaQumiK.jpg Der Aufforderungssatz "Mädchen, steh auf" unseres Heillandes Jesu Christi ist in jeder Bibelübersetzung im aramäischen Original zu lesen. "Talita Qumi" sagt er zu einem Mädchen, das bereits tot war. Unter diesem Namen hat die Fundatio Nisibinensis – Gesellschaft zur Förderung Aramäischer Studien ein Sommer-Kinderfreizeitcamp ins Leben gerufen. Dieses fand vom 27.07.2007 bis 04.08.2007 in einer Jugendherberge im Herzen des wunderschönen Schwarzwalds statt.


Die inhaltliche Planung übernahmen die Grundschulpädagoginnen Amelin Can und Sara Aras. In dieser organisierten Freizeitgestaltung haben aramäische Kinder vom 8. bis 12. Lebensjahr die Möglichkeit, unter professioneller pädagogischer Leitung unsere aramäische Sprache zu lernen und unsere kulturellen Gepflogenheiten zu erleben. Die Kinder, die teilgenommen haben, waren von "Talita Qumi" begeistert, die Eltern sehr zufrieden. Das Programm erfreute auch den Vorstand der Fundatio Nisibinensis aufgrund seiner pädagogischen Ausgefeiltheit sehr. Die Woche war streng strukturiert und zielte auf eine Theateraufführung, die im Laufe der Woche vorbereitet wurde. Durch das gemeinsame Basteln der Kostüme, das Lernen des Textes und insbesondere das gemeinsame Gestalten der Inszenierung an sich, eigneten sich die Kinder Kompetenzen nicht nur in der aramäischen Sprache, sondern auch in sozialen und kreativen Bereich an. Das Erkunden der näheren Umgebung in Form einer Stadtrally und einer langen Wanderung durch den Schwarzwald rundeten das Freizeitvergnügen in einer herrlichen Landschaft ab.

Diese Kinder, die an dieser Premiere teilnahmen, berichten über ihre Erlebnisse:

Der erste Tag war für uns alle erschöpfend, obwohl wir nicht sehr viel getan haben. Wir haben eine lange Reise nach Bonndorf an die Jugendherberge hinter uns gehabt. Dort haben wir "Hilto Sara", unsere Lehrerin kennen gelernt - auch wenn die Mehrheit sie schon kannte. Danach ging es in unsere Zimmer, die hatten so komische Namen, wie "Krebs". Als wir dann unsere Betten bezogen haben und unsere Kleidung in den Schränken verfrachtet haben, wurde alles von Hilto Sara kontrolliert. Um 18.00 Uhr gab es dann Abendessen. Später hat Hilto Sara mit uns ein Vorstellungsspiel gemacht, da mussten wir unseren Namen sagen und zu unserem Anfangsbuchstaben ein Tier auf aramäisch sagen, z.B.: "Ono ishmi Sara-yo, xud sisto". Anschließend hat unsere Lehrerin von uns gewollt, dass wir auf ein Blatt schreiben "i shabtho dithyo" und darunter was wir uns so vorstellen, was wir so in dieser viel versprechenden Woche machen werden oder gerne machen würden. Um ca. 21.00 Uhr ging es dann ab ins Bett.

Morgens wurden wir um 7.45 Uhr geweckt und um 8.00 Uhr gab es dann Frühstück, so wie jeden Tag. Nach dem Frühstück haben wir unser Lunchpaket vorbereitet. Danach haben wir uns in einem Raum getroffen, wo immer Theorie dran war. Danach haben wir 2 Stunden Freizeit bekommen.

Dieser Tag war total cool, wir haben eine Stadtrallye durch Bonndorf gemacht. Es war total schön, da wir eine katholische Kirche, den Japanischen Garten, das Rathaus und das Schloss gesehen haben! In der Jugendherberge sammelten wir auf einem Blatt Wörter, die wir "Cal la darbe d’Bonndorf" oft benutzt oder gebraucht haben. Da stand z.B. drauf: "sowo" - weil wir Samuel so genannt haben, da er immer am langsamsten war; oder "glidho" – das sagte Hilto Sara immer wenn sie etwas sagen wollte, das heißt wir sollen stehen bleiben und erstarren wie ein Eisberg usw.

Ich glaube das Lustigste war, als "Holo Zeki" zum Abendessen aufgetaucht ist und alle sich gefragt haben, wer dieser "Fremde Aramäer" denn sei. Er kam, um Hilto Sara dabei zu helfen auf einen so wilden Haufen wie uns aufzupassen. Er war am Verhungern, da er den ganzen Tag mit dem Zug gefahren ist, und das wegen Talita Qumi Das nennen wir „stark!“

Ein richtiges Abenteuer für uns alle war die Nachtwanderung durch den Schwarzwald. Mit ein paar Liedern haben wir unsere Angst vergessen. Wir waren mehr damit beschäftigt, Holo Zekis schiefe Töne auszubessern. Das war witzig!

Genauso spaßig war es als wir mit Hilto Sara Sportspiele gespielt haben, oder mit unseren beiden Betreuern (Hilto Sara & Holo Zeki) Tischtennis gespielt haben!

Mir hat die lange Wanderung mit den vielen Liedern und Spielen gefallen. Wir waren total enttäuscht als wir 15km (oder 14? oder 13?) zum Schluchsee zu Fuß zurückgelegt haben und dann auch noch unser Boot verpasst haben. An der Jugendherberge hatte man uns falsch informiert! Wir wussten nicht einmal, wie wir zurück nach Bonndorf sollten. Doch Hilto Sara hat die ganze Sache wieder etwas aufgelockert, als sie mit einer Frau, die etwas kräftiger war Späßchen gemacht hat und Holo Zeki alles gleich ernst genommen und gedacht hat, sie würde uns gleich schlagen!

Als wir endlich in der Jugendherberge waren, gab es als Entschädigung von der Herbergsmutter natürlich trotz Verspätung warmes Essen: Lecker und Viel! („Tawdi l’Moryo lu muklo u lan axole hanyutho!“)

Am letzten Abend haben wir unser Theaterstück "Hathno Cebugro" unseren Eltern und den Vertretern von Talita Qumi vorgeführt. Wie glücklich waren unsere Eltern, uns bei der Aufführung anzuschauen. Es ist nicht schlimm, wenn die Kinder immer wieder ihre Eltern stolz machen. Anschließend gab es ein Lagerfeuer, es war total schön!

Am letzten Tag ging es darum sich zu verabschieden, doch keiner war all zu traurig, da wir alle unsere Adressen ausgetauscht haben, sogar die von unseren Betreuern haben wir bekommen!

Hiermit möchten wir uns noch einmal bei Hilto Sara und Holo Zeki für diese wunderschöne und harmonische Woche bei Talita Qumi bedanken!!! "TAWDI"

Die Fundatio Nisibinensis bedankt sich bei den Eltern und Kindern für die Teilnahme an der Talita Qumi – Kinderfreizeit. Wir, die Organisatoren können kaum abwarten, bis wieder Schulferien sind, und es heißt: Talita Qumi.

Autoren: Lariya, Maria, Jasmin, Theresa, Kevin-Aram und Samuel

Zu den Bildern

Da auf der Webseite der Fundatio Nisibinensis noch keine Bildergalerie integriert ist, sind die Bilder bei YAUNO untergebracht. Einfach auf die Bilder klicken. Es geht ein neues Fenster auf.


 
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