![]() | ||||
IV. Symposium Suryoye L’Suryoye der Fundatio Nisibinensis Das IV. Symposium – Suryoye L’Suryoye – hat in diesem Jahr in Södertälje / Schweden vom 03.-05. Oktober im Konferenzsaal Hagaberg stattgefunden. Über ein Duzend Redner aus der Wissenschaft refereierten über verschiedene Themen in den Bereichen Sayfo, History and Identity, Language, Actual Political Situation und Literature. Besonderer Höhepunkt des diesjährigen Symposiums war die erstmalige Verleihung des Helga-Anschütz-Preises. Das Symposium wurde am Freitag, 03. Oktober 2008 vom Vorsitzenden Zeki Bilgic aus Heidelberg eröffnet. Über das Wochenende verteilt verfolgten über 70 Teilnehmer die Ausführungen der Referenten, die hauptsächlich eigene Forschungsergebnisse vorstellten. Die meisten Teilnehmer und Gäste kamen aus dem europäischen Ausland und waren in der Mehrheit. Jan Beth-Sawoce, M.A. aus Stockholm fragte in seinem Vortrag „A Meselmeniye manne?“ nach Herkunft und Identität der „Meselmeniye“. Er zeigte auf, dass „Meselmeniye“ die türkische Bezeichnung für zum Islam konvertierte Christen sei und ein Diminutiv der Bezeichnung Muslim sei. Daneben erörterte der schwedische Wissenschaftler die Beziehung zwischen konvertierten und autochthonen Muslimen bzw. konvertierten Muslimen und Christen. Im zweiten und letzten Vortrag am Freitag stellte Hana Malle aus Schweden ihr kürzlich geschriebenes Buch „Frauen im Sayfo“ vor.
Der Samstag wurde mit einem Vortrag von Metin Rhawi aus Schweden eröffnet, der die Rolle des Fernsehens für die „kulturelle Entwicklung“ der Gemeinschaft herausarbeitete. Ihm folgte Naures Atto, M.A. aus Leiden in Holland. Thema ihres Vortrags war “Flock without a shepherd – discourses of Suryoye elite about ther leadership”, RA David Gelen aus Heidelberg referierte über das National- und Minderheitenverständnis des Osmanischen Reiches. Raid Scharbel Gharib aus Tübingen in Deutschland widmete sich dem Thema “Nation and Identity“ und bezog sich auf die Entwicklung der Debatte über die nationale Identität der aramäischen Gemeinschaft. Nach einer kurzen Mittagspause referierten Musa Erdis aus Örebro, Sweden (Thema: Aufbau eines Wörterbuches Schwedisch-Suryoyo /Suryoyo-Schwedisch), Joseph Saouk aus Stockholm (Thema: Quo vadis Tuoyo, a description of the situation and needs of Turoyo) und PD Dr. Shabo Talay aus Erlangen/Deutschland mit dem Titel: „Welche Sprache? Hindernisse auf dem Weg einer Einheitssprache für das Volk der Suryoye“.
Am Samstagabend stellte Daniel Yanik das erste von der Fundatio Nisibinensis geförderte Projekt vor. Er drehte mit Unterstützung der Fundatio einen Dokumentarfilm der autobiographische und selbst reflektierende Züge trägt: die Geschichte eines in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Aramäers, der als Jugendlicher zum ersten Mal in das Land reist, von dem ihm seine Eltern immer erzählt haben. Der Film handelt über die Gefühle, Eindrücke und Erkenntnisse, die er, beispielhaft für viele andere Jugendliche, bei der ersten Reise in sein Heimatdorf Harbtho / Tur Abdin hatte. Daniel Yanik stellte den Film persönlich vor und zeigte einen bewegenden Trailer zum Film, der die Anwesenden sichtlich mitriss.
|
Group abbonieren
| |||